Gedanken zum Malen und Zeichnen

„Malen ist wie Kochen, ein riskantes Unternehmen.Geht es schief, werfe ich das Bild weg, bzw. lade Frau oder Freunde in ein gutes Restaurant ein. Ohne Risiko keine Zeichnung, kein Bild. Ohne diese Situation verstünde man nicht, warum alte Kerle noch malen. Die können doch alles. Nichts da, süchtig nach dem Risiko, die alten Wege zu verlassen, das Scheitern als Gefährte neben sich, setzt man den Stift neu an, und weiter geht die Reise auf dem Seil. Inhalte tauchen auf, verlockend wie Schemen. Es sind Irrwege. Die Verwandtschaft des Malens und Zeichnens heißt Musik nicht Literatur. Die Melodie ist die Schwester von Farbe, Struktur und Form. Es ist eine Seilwanderung zwischen dem, was man sieht und dem abstrakten Denken. Das Gesehene nimmt man auf wie Nahrung. Es wird innen verarbeitet, durch die Kolben des Alltags, die Dämpfe der Erinnerung. Und kommt über Pinsel oder Stift oder Spachtel als Perle wieder hervor. Es gibt auch sehr verblötschte Perlen und einmalig schöne.“

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E. Schweigert